Kreiskultur

Dies ist eine der kraftvollsten Methoden, die wir kennen. Sie hat sich seit Jahrhunderten bewährt.
Warum?
Weil es eine Kultur, also eine Art und Weise ist, in der wir uns auf Augenhöhe begegnen, was den Umgang miteinander ganz schnell auf eine respektvolle Ebene bringt. Es funktioniert mit Kindern ebenso wie mit Erwachsenen. Im Zweiergespräch, in der Familie, im Team.

Ein berührender Überblick, was Kreiskultur sein kann und dass jeder etwas dazu beiträgt. Inzwischen ist der Film fertig und noch toller geworden, als hier angedeutet.

Redestab / Redekugel / Redestein / Redefeder

Weißt Du aus Erfahrung, wie anstrengend es ist, wenn Du etwas sagst und immer wieder unterbrochen wirst? Oder wenn die Menschen, zu denen Du sprichst, in der Zeit etwas anderes machen und signalisieren, dass ihre Aufmerksamkeit abgelenkt ist?
Das verändert sich mit einem Redestab.

Egal, welchen Gegenstand Du in der Hand hältst – er ist vergleichbar mit einem Mikrophon. Damit ist für alle ersichtlich, dass jetzt Du das Wort hast und es gilt, Dir die volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Die einfachen Richtlinien im Redekreis

  • Wenn Du den Gegenstand hast, bekommt Du die volle Aufmerksamkeit. Du kannst sprechen oder auch schweigen, bis Du ihn weitergibst.
  • Du sprichst von Dir in der „Ich-Form“. Sagst Deine Meinung, sprichst über die eigenen Empfindungen etc.
    Kein „man“, kein „du“.
  • Du verwendest Deine besten Worte.
  • Alle anderen hören Dir aufmerksam zu.
  • Alles, was gesagt wurde, ist bereits im Kreis und muss nicht von einer weiteren Person wiederholt werden.
  • Alles, was gesprochen wird, bleibt im Kreis und ist somit geschützt.

Es hat sich bewährt, dass in der Runde einer die Moderation übernimmt. Er kann daran erinnern, beim Thema zu bleiben. Es auf den Punkt zu bringen. Und er achtet auf die Einhaltung der Regeln.

Redekreise zur Lösungsfindung

Der Redestab ist lediglich ein Werkzeug, das in der Kreiskultur angewendet wird. Die Begegnung im Kreis – sei es stehend oder sitzend – schafft den Rahmen, in dem jeder auf Augenhöhe gesehen wird. „Wir treffen uns im Kreis, damit keiner hinter dem Rücken eines anderen spricht!“ hat Angaangaq – ein Schamane – seinen Workshop eröffnet. Mit dem Kreis knüpfen wir an die Natur an, in der sich alles in Zyklen und Kreisläufen bewegt.

Im Kreis ist es nicht wichtig, WER etwas sagt, sondern, dass es gesagt wurde. Damit hebt sich die Gruppe in einen Zustand, in der das ICH in den Hintergrund tritt. Das ist die Weisheit des Kreises. Daraus entsteht Co-Creation.

Die Abfolge:

  • Danksagung
  • Befindlichkeitsrunde – Wie geht es dir?
  • Runden zur Meinung, themenbezogen
  • daraus ergibt sich die Lösung
  • Moderator fasst sie zusammen
  • Er fragt nur noch, ob es einen schwerwiegenden Einwand gibt (Teil der Soziokratie)

Beschlüsse im Konsens – Unity – sind die Folge der Kreiskultur.
Wieso dies möglich ist, erfährst du bei den Friedenstifter-Prinzipien. Weil dies eine der drei Säulen für Frieden ist.

„Idealerweise passiert im Kreis „Herzöffnung.“

Barbara Strauch – ausgebildet in Soziokratie

Was Kreiskultur bewirkt …

  • Es entsteht ein geschützter, bewertungsfreier Raum
  • Herzöffnung, Vertrauen und Verbundenheit
  • Problemlösungen der feinsten Art durch die Weisheit des Kreises
  • Du wirst unterstützt
  • Deine Fähigkeiten können sichtbar werden – für Dich und die Gemeinschaft
  • Dein wahres Sein kann zum Vorschein kommen

Kompakt und leicht verständlich gibt der weise Indianer Manitonquat seine Erfahrungen und die alten Methoden seines Stammes an uns weiter.
Das Buch ist eine wahre Schatztruhe und das Standardwerk der Kreiskultur.
Manitonquat hat zusammen mit seiner Frau Elika weltweit viele Circle-Camps geleitet, aus denen Kreise hervorgegangen sind, die diesen Weg gehen.

Lass Dich inspirieren!

In dem Film „Circle Ways“ spreche ich (Dirk Schröder) mit mein Sohn Johann über die Veränderung in der Familie, nachdem wir den Redestab eingeführt haben. Der Film ist ein großes Geschenk für alle, die sich der Kreiskultur verschrieben haben. Es kommen so viele Menschen zu Wort, die weiter forschen, inspirieren und diese neue Form des Miteinanders beleben. Du spürst die Lebendigkeit der Gemeinschaft. Du siehst den Prozess am Filmteam – Danke für euer Werk!
In der Audioadatei kannst du den gesamten Wortlaut von Dirk und Johann hören.
Ein Gespräch mit Manitonquat aus früheren Jahren, in dem er über den Weg des Kreises spricht – deutsche Untertitel

„Indem das Kind im Kreis spielt, erlebt es die Kreisgestalt; für das spielende Kind bilden Tun und Erleben ein Ganzes. Im Kreis mitmachen bedeutet nicht nur, aufgenommen sein in irgendeine beliebige Gruppierung; denn hier ist nicht einer an der Spitze, und keiner ist stets der Letzte, sondern jeder kann Anfang sein und Ende und ist bald das eine und bald das andere. Kreisspiele sind eine besondere Einübung in soziales Tun und Erleben. In ihnen wird Gemeinschaftsgeist sichtbar. Sie sind eine Urerfahrung der Demokratie.“

Prof. Dr. med. Heinz St. Herzka, Zitat aus dem Buch: „Lebendiges Kreisspiel“ von Susanne Stöcklin-Meier
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